Otto-und-Emma-Horn-Stiftung Meißen

Autor: Daniel Bahrmann

  • Dach vom Kornhaus ist fertig

    Dach vom Kornhaus ist fertig

    Mitte August 2025, knapp ein Jahr nach Baubeginn, ist das Dach des Kornhauses fertig saniert. Demnächst beginnt dann auch der Rückbau des Gerüsts. Die Fassade ist ebenfalls fertiggestellt, nach dem Entfernen der alten Putzreste und dem anschließendem Neuverputzen, wurde auch schon die neue Farbe aufgebracht. Ein heller Ockerton wird dann den Domplatz verschönern.

    Kornhaus Meißen. Das Dach ist neu gedeckt. Stand August 2025.
  • Kornhaus Dach fertig

    Kornhaus Dach fertig

    Kornhaus-Dach in Meißen schon fertig saniert

    Das Dach und der Dachstuhl des Kornhauses in Meißen sind fertig.

    Sächsische Zeitung, André Schramm, 15.08.2025

    Das Tempo auf Meißens prominentester Baustelle ist Wahnsinn. Erst im September 2024 hatten die Arbeiten am Dach des Kornhauses begonnen. Inzwischen ist es fertig saniert. Der Dachstuhl ebenso. „Diesen Freitag ist Abnahme“, sagte Tom Lauerwald von der Otto-und-Emma-Horn-Stiftung, der Eigentümerin der Immobilie.
    Er nutzte die Gelegenheit, um Zimmerleuten, Dachdeckern und allen anderen Beteiligten für die gute Arbeit zu danken. Allein in dem gotischen Dachstuhl waren 40 Kubikmeter neues Holz verbaut worden. Der Riesenkran musste in dieser Zeit dreimal durch die Tore auf dem Burgberg manövriert werden.

    Lauerwald rechnet damit, dass in der kommenden Woche der Rückbau des Gerüstes beginnt. Damit würde sich relativ schnell auch die volle Pracht der Fassade entfalten. Sie ist ebenfalls fast fertig. „Über die Farbgebung gibt es geteilte Meinungen“, sagte Lauerwald.

    Um den ursprünglichen Farbton zu bestimmen, fanden im Vorfeld Beprobungen an mehreren Stellen statt. Im Ergebnis kamen die Experten zu dem Ockerton, der nun über den Domplatz strahlt. „Interessant ist, dass an einigen Stellen der Originalputz sehr gut erhalten war – nach 500 Jahren bei Wind und Wetter“, so der Stiftungsverwalter weiter.

    Großes Thema waren in den letzten Monaten die Fenster. „Wir haben hier etwa 120 Fenster verschiedenster Bauart. Zwei Drittel davon können restauriert werden“, so Lauerwald. Die Denkmalpfleger hätten zudem darauf bestanden, dass einige Exemplare aus DDR-Zeiten erhalten bleiben.

    Der Part „Fenster und Tore“ wird voraussichtlich noch bis Frühjahr 2026 dauern. Unterdessen wurde der Bauantrag für den Innenausbau gestellt. Die Stiftung will in den oberen Geschossen 13 Wohnungen errichten. Die Raumgrößen sollen zwischen 75 und 140 Quadratmetern liegen. Läuft alles so zügig wie bisher, könnten Ende 2027 die ersten Mieter einziehen.

    Der rechte Bereich im Erdgeschoss ist für die Jugendbauhütte reserviert. In den Einrichtungen, die zur Deutschen Stiftung Denkmalschutz gehören, können junge Menschen verschiedenste Handwerkstechniken erlernen. „Ferner gibt es die Idee für eine öffentliche Toilette“, so Lauerwald mit Blick auf die Veranstaltungen auf dem Domplatz.

    Die Remise im linken Flügel des Erdgeschosses will man so herrichten, dass man sie beispielsweise für Feierlichkeiten oder temporäre Ausstellungen mieten kann. Apropos: Aktuell lagert im Dachstuhl eine imposante Dachziegelsammlung mit Exponaten aus mehreren Jahrhunderten. Tom Lauerwald hatte durch Zufall davon erfahren und Interesse bekundet. „Das sind wirklich beeindruckende Stücke dabei. Perspektivisch wollen wir sie präsentieren“, so Lauerwald. Was mit dem Gewölbe im Keller passieren soll, ist noch offen.

    Die Zukunft des Kornhauses war lange Zeit unklar. 2006 hatte die Stadt Meißen das Haus an italienische Investoren verkauft. Der Plan, den Speicher zu einem Nobelhotel umzubauen, scheiterte. Weil die Eigentümer ihre Außenstände bei der Stadt nicht beglichen, wurde es zur Zwangsversteigerung ausgeschrieben.

    Im Vorfeld der Versteigerung hatte die AfD Interesse bekundet. Sie wollte ein Schulungszentrum daraus machen, was überregional für Empörung sorgte. Letztlich wurde der Zwangsversteigerungstermin im Juli 2022 abgeblasen. Die Eigentümer hatten in letzter Minute ihre Außenstände beglichen.

    Fernab der Öffentlichkeit ging ab Herbst 2023 ein weiterer Eigentümerwechsel über die Bühne. Die Hornsche Stiftung hatte das Kornhaus gekauft, was Ende 2023 bekannt wurde. Die Besonderheit des Anwesens: Es verfügt nach wie vor über viel originale Bausubstanz. Alter: gut 500 Jahre.

    Kornhaus-Dach in Meißen schon fertig saniert
Das Dach und der Dachstuhl des Kornhauses in Meißen sind fertig.

    Quelle: https://www.saechsische.de/lokales/meissen-lk/meissen/nach-nur-einem-jahr-kornhaus-dach-in-meissen-fertig-saniert-HK46DR54QZA6NI4ULYZP3I7MCQ.html

  • Sanierung Kornhaus Meißen im Mai 2025

    Sanierung Kornhaus Meißen im Mai 2025

    Zum aktuellen Stand der Sanierung im Mai 2025

    Die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung kommt mit der Sanierung des Kornhauses besser voran als erwartet. Auf der Baustelle herrscht aktuell reges Treiben: Ein großer gelber Baukran hievt schwere Dachziegelpakete auf die oberste Gerüstebene. Bauarbeiter sind überall beschäftigt, Fahrzeuge liefern Material, und ein langer Bauzaun sperrt das Gelände rund um das Kornhaus auf dem Domplatz ab. Touristen beobachten neugierig das Geschehen, können den Wanderweg rund um den Burgberg derzeit aber nicht nutzen, da er gesperrt ist.

    Ein Teil des 2.000 Quadratmeter großen Daches ist bereits mit leuchtend roten Ziegeln eingedeckt. Bis Ende Juni soll das gesamte Dach fertiggestellt sein – schneller als ursprünglich geplant. Die beteiligten Handwerker haben sich als sehr erfahren und professionell erwiesen. Die Stiftung ist zudem dankbar für die umfangreiche finanzielle Unterstützung durch den Freistaat Sachsen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Diese Fördergelder ermöglichen es, die Sanierung der denkmalgeschützten Außenhülle und das Eindecken des Daches ohne die Aufnahme von Krediten durchzuführen.

    Bis Herbst sollen die Arbeiten an der Außenhülle abgeschlossen und die Gerüste abgebaut werden. Spätestens im November soll die Fassade mit einer speziellen Ockerfarbe gestrichen sein, was vor dem ersten Frost erledigt werden muss. Für die aufwendigeren Sandsteinarbeiten an den Eingangsportalen und Fenstern bleibt noch mehr Zeit, da diese nicht so dringend sind.

    In den oberen beiden Etagen und einer weiteren halben Etage des Kornhauses entstehen insgesamt 13 Wohnungen mit Größen zwischen 60 und 90 Quadratmetern, eine Wohnung wird sogar 150 Quadratmeter groß sein. Diese Wohnungen sollen vermietet werden. Ein Fahrstuhl wird eingebaut, um auch älteren Menschen einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen. Die gesamte vermietbare Fläche beträgt etwa 1.000 Quadratmeter. Aus Sicht der Stiftung ist dieses Konzept für wirtschaftlich sinnvoll, da die Mieteinnahmen zur Finanzierung der Sanierung und eventueller Kredite beitragen.

    Der neogotische Pferdestall und das große Kellergeschoss, werden voraussichtlich erst nach Fertigstellung der Wohnungen ausgebaut. Denn die genaue Nutzung steht im Moment noch nicht fest, es ist jedoch geplant, diese Bereiche künftig für Feiern, Konferenzen und andere Veranstaltungen zu vermieten. Der Bedarf an solchen Flächen ist in Meißen groß.

    Der große Dachboden des Kornhauses wird als sogenanntes Kaltdach nicht direkt ausgebaut. Dennoch gibt es bereits eine erste Nutzungsidee. Die Dachdecker-Innung möchte hier eine Ziegelausstellung präsentieren, die vom Röhrsdorfer Dachdecker Achim Wünsche über viele Jahre aufgebaut wurde. Darüber hinaus kann sich die Stiftung vorstellen, im Rahmen des Literaturfestes Meißen im kommenden Jahr eine Lesung auf dem Dachboden zu veranstalten.

    Insgesamt schreitet die Sanierung des Kornhauses also schneller und erfolgreicher voran als zunächst angenommen. Schon bald werden die ersten Mieter in die neuen Wohnungen einziehen können, während die weiteren Flächen nach und nach einer neuen Nutzung zugeführt werden. Das historische Gebäude erhält so eine neue Zukunft und bleibt als wichtiger Teil des Meißner Stadtbildes erhalten.

    Aktuelle Baustellenbilder:

  • Meißens großer Mäzen: Wer war Ernst Otto Horn?

    Meißens großer Mäzen: Wer war Ernst Otto Horn?

    von Meißen News, 12.05.2025, Autor: Ulf Mallek

    Ein neues Buch über den berühmten Weinhändler und Universalsammler ist jetzt erschienen. Die feierliche Präsentation war in der Winzergenossenschaft Meißen.

    Ob Zufall oder nicht. Jedenfalls starb der Meißner Mäzen Ernst Otto Horn vor genau 80 Jahren. Aus eigenem Willen, kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee in Meißen. Aus Angst vor den Russen? Ein Nazi war Horn allerdings nicht. Oder vielleicht aus einer allgemeinen, eher diffusen Angst vor der Zukunft, vor der neuen Zeit? Oder wollte er einfach nur mit sich selbst abschließen? Schwer zu sagen. 

    Pünktlich zum 80. Todestag erschien dieser Tage ein Buch mit dem Titel „Meißner Miniaturen – Ernst Otto Horn, Sammler, Weinhändler, Wirt und Winter sowie seine Stiftung für Meißen“. Autoren sind der Meißner Schriftsteller und Weinexperte Werner Böhme und der Verwalter der Hornschen Stiftung Tom Lauerwald. Beide präsentierten das Buch am vergangenen Freitagabend in der Winzergenossenschaft Meißen. Begleitend zu den Worten der Autoren, Gäste und den Fotos von Daniel Bahrmann gab es Meißner Weine zum Probieren. Als der 85-jährige Böhme erläuterte, wie es zu dem Buch kam, wurde ein 2023er Schieler ausgeschenkt. Und am Ende, als es um den Weinexperten Horn ging, durften die Gäste der Buchpremiere ein 2022er Traminer Kabinett Bereich Meißen probieren. Dazu gab es kluge Erläuterungen und Trinksprüche der sächsischen Weinkönigin Ivanna Wübken. Übrigens, ihre Regierungszeit geht bald zu Ende, Mitte August wird eine neue sächsische Weinkönigin gewählt. Vermutlich übertrafen Horns Kenntnisse des Weins sogar jene von Profis. Denn er wurde 1913 als Vertreter des Königreichs Sachsens zur Ausarbeitung eines neuen Reichsweingesetzes hinzugezogen.

    Buchpräsentation von Autor Werner Böhme und Tom Lauerwald „Meißner Miniaturen Ernst Otto Horn“ in der Winzergenossenschaft in Meißen am 9. Mai 2025, v.l.n.r.: Jürgen Zuschke (Winzergenosseschaft), Autor Werner Böhme, Autor Tom Lauerwald, Weinkönigin Ivanna Wübken, Dr. Rainer Grund (Münzkabinett) und Simone Panitz (1.100 Jahrfeier). Foto: Daniel Bahrmann

    Vor allem aber war er ein Stifter, der sein komplettes Vermögen dem Wohle Meißens geschenkt hatte. Wie schwer es aber war, diesen letzten Willen Horns umzusetzen, darüber berichtete Tom Lauerwald. Letztlich gelang es gegen sehr viele Widerstände. Und es war der Stiftung sogar möglich, das Meißner Kornhaus zu kaufen und vor dem Verfall zu retten. Jetzt ist das Dach neu eingedeckt und die Finanzierung der Sanierung der kompletten Außenhülle gesichert. Ohne, dass die Stiftung Kredite aufnehmen musste. Ernst Otto Horn sei Dank.

    Meißner Miniaturen – Ernst Otto Horn, Sammler, Weinhändler, Wirt und Winzer sowie seine Stiftung für Meißen von Werner Böhme und Tom Lauerwald. Notschriften Verlag Radebeul 2025. Hardcover, 112 Seiten mit zahlreichen Farbfotos von Daniel Bahrmann. 19,95 Euro.

    Erhältlich bei:
    https://www.notschriften.com


    Quelle: https://www.diesachsen.de/meissen-news/meissens-grosser-maezen-wer-war-ernst-otto-horn-3017702

  • Ernst Otto Horn: Wer war er?

    Ernst Otto Horn: Wer war er?

    Zwei Meißner haben ein Buch über Ernst Otto Horn geschrieben und laden zur Premiere ein

    Sächsische Zeitung, 6. Mai 2025, André Schramm

    Als sich der Meißner Autor und Herausgeber Werner Böhme vor einer Weile mit dem neuen Weinkalender beschäftigte, wollte er eigentlich nur einen kleinen Beitrag zu Ernst Otto Horn (1880 – 1945) schreiben. „Ich habe schnell gemerkt, dass er ein fundierter Experte auf dem Gebiet des Weinanbaus war. Ehrlich gesagt war ich schwer beeindruckt“, erzählt Böhme. Schnell entstand die Idee, sich genauer mit dem Weinhändler, Sammler, Wirt und Winzer zu beschäftigen. Die Idee für ein Buch über ihn kam auf. Werner Böhme konnte Tom Lauerwald schnell für das Vorhaben begeistern.
    Der ehemalige Stadtarchivar verwaltet seit über 20 Jahren die Otto-und-Emma-Horn-Stiftung, die zuletzt das Kornhaus gekauft hat und es seit vergangenem Jahr sanieren lässt. Ernst Otto Horn wurde am 4. Dezember 1880 in Meißen geboren. Seiner Familie ging es gut. Der Vater betrieb eine Bäckerei und ein Weingeschäft, war sogar offizieller Hoflieferant. Der junge Horn besuchte die Höhere Bürgerschule (Rote Schule) und absolvierte später kaufmännische Ausbildung. Über seine Kindheit und Jugend existieren nur sehr wenige Aufzeichnungen. „Prägend für ihn war seine Wanderschaft. Er arbeitete nicht nur am Rhein und an der Mosel, sondern auch in Frankreich und Spanien. In dieser Zeit eignete sich umfassende Weinkenntnisse an“, erzählt Lauerwald. Später besuchte er u. a. Tunesien und Ägypten, lernte die einfachen Lebensverhältnisse in der Wüste kennen.

    Ein Sammler durch und durch
    Zurück daheim mache sich Horn als Geschäftsmann einen Namen. 1893 hatte er ein großes Grundstück am Plossenweg übernommen, und dort eine Kelterei eingerichtet. Eine firmeneigene Likörfabrik und der Winkelkrug kamen hinzu. Er war einer der ersten Meißner, die sich ein Auto leisten konnten. Daneben wurden ihm auch staatliche bzw. königliche Ämter übertragen. Sein Wohlstand lieferte die Grundlage für seine Leidenschaft. „Er ist da hineingewachsen, hat sich viel belesen“, sagt Lauerwald.

    Seine Sammelleidenschaft war komplex. Wenn es wohl einen roten Faden gab, dann wohl der Bezug der Exponate zu Meißen. Münzen, Medaillen, Möbel, Grafiken, Gemälde, Fotos, Publikationen, Skulpturen und vieles mehr. Ernst Otto Horn sah darin kein Statussymbol oder eine Kapitalanlage, sondern vielmehr die Gelegenheit, Historisches für die Stadt zu erhalten. Am Ende verfügte er über eine der bedeutendsten privaten Universalsammlungen in Deutschland.

    Freitod zum Kriegsende
    Eine Familie gründete Horn nicht. Vielleicht war es der Preis für seine Geschäftstüchtigkeit und das ehren-amtliche Engagement in vielen Vereinen. Bis zu einem Freitod lebte er zusammen mit seiner Haushälterin. Am 7. Mai 1945 schied er zusammen mit seiner Haushälterin Minna Wolf in seiner Villa am Plossenweg aus dem Leben. Damit ist die Horn-Geschichte längst nicht zu Ende. Es kam die DDR, in der die Stiftung übermäßig besteuert wurde und unrechtmäßig vom Kreistag aufgelöst wurde. Ende der 90er Jahre gelang dann der Neustart.
    Ernst Ott Horn lieferte den Grundstock dafür, dass die Stiftung 2023 das Kornhaus erwerben konnte, und zwar aus eigener Kraft. Seit-her wird es saniert. „Ernst Otto Horn hätte diese Entwicklung sicher gefallen. Er liebte seine Heimatstadt“, sagt Werner Böhme.
    Erschienen ist das Buch „Meißner Miniaturen – Ernst Otto Horn. Sammler, Weinhändler, Wirt und Winzer sowie seine Stiftung für Meißen“ im Radebeuler Notschriften-Verlag in einer Auflage von 300 Exemplaren. Die Buchpräsentation findet am 9. Mai, 19 Uhr, in der Weinerlebniswelt Meißen der Winzergenossenschaft, wo es Tickets gibt.

    Quelle: Sächsische Zeitung, Dienstag, 6. Mai 2025 https://www.saechsische.de/

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